Volksballaden reloaded

s‘ arm Annälein

Die junge Frau Annäli wird gegen ihren Willen verheiratet. Noch am gleichen Tag stirbt sie aus Kummer.

«Säg Gott, säg Gott, dem Buurli uf dr Weid, dem Buurli uf dr Weid!

|: Ich bittä um euärs Annälein.» :|

Das Annäli luägt de Vatter so suur a:

|: «Ach Vatter, ich will und mag e kä Ma ha.» :|

Das Annäli giang dur d'Stuben uus:

|: «O Mueter, diä bestä Tagä sin d iäz u us!» :|

«Si sind nonig u us, si gand erst a,

|: diä bestä Tagä muässt ha de bim Ma.» :|

Das Annäli giäng dur d'Stägen ab

|: und säid sinä liäbä Bluämä ab. :|

«Bhüät dich Gott, min Rosästock!

|: Wäge mirä muässt du trage käi einzigä Chnopf.» :|

«Bhüät dich Gott, mini Rosämari!

|: Wäge minä muässt du nümmä so truurig si.» :|

«Bhüät dich Gott, mi Mäjehoran!

|: Jetz sett ich scho unter diä Wiibere gahn.» :|

Si setzid das Annäli wohl uf-änä Stuähl;

|: si läitid im a diä Hochsigschuäh. :|

Si setzid das Annäli wohl uf-änä Stabäll;

|: si züpfid i d'Hoor de Hochsigbändel. :|

Si setzid das Annäli wohl uf änä Bank;

|: si setzid im uf d'r Hochsigchranz. :|

Si giigid dem Annäli i d'Chirchä hinäin;

|: das Annäli mag nid lustig säin. :|

Si giiged dem Annäli ufe oberstä Tritt,

|: wo der Herr Pfarrer zwäi Liäbi zsäme gid. :|

Si giigid dem Annäli zum Opfer goh;

|: räini Jungfräuäli giängid hinderä no. :|

Si giigid dem Annäli is Wirtshuus hinäin;

|: das Annäli mag gar nid lustig säin. :|

Si setzid das Annäli wohl hindrä Tisch

|: und trägit im uuf gebratenä Fisch. :|

Das Annäli schaut zum Fenster hinaus;

|: «Dett äne, da gsehn i mis Vatterhaus. :|

Mit rote Ziäglä ist äs gedeckt,

|: mit grüänä Zwiigä um und um g'steckt.» :|

Und als es z'Nacht am zwölf Uhr war –

|: das Annäli schon gstorbä war. :|

Materialien

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Tondatei [audio]
Allgemeine Einführung Balladen [pdf][word]