Volksballaden reloaded

Der Edelsherr und der Schäfersbube

Ein Edelsherr ärgert sich über einen armen Schäferknaben, der schöne und teure Kleider trägt. Er lässt den Knaben einsperren und lässt ihn auch nicht gegen ein Entgelt des Vaters frei. Der Knabe kommt erst frei, als er die Tochter des Edelsherrs heiratet.

Es reiset ein Edelsherr über eine Brugg,

en a und en e und en u.

Da begegnet ihm ein armer Schäfersbub,

en a und en e und ein x derzue, en a und en e und en u.

Der Edelsherr, der zog sein Hüeteli ab,

en a und en e und en u,

vor dem armen, armen Schäfersknab,

en a und en e und ein x derzue,

en a und en e und en u.

«Edelsherr, lab du dein Hüeteli stehn,

bin nur ein armer Schäferssohn.»

«Bist du ein armer Schäferssohn,

warum gehst du in Seide und Sammet herum?»

«In Seide und Sammet darf ich wohl sein,

solang mein Vater noch zahlet allein.»

Der Edelsherr fiel in en böse Zorn,

er ließ ihn werfen in e tiefe Turm.

Er liess ihn darinn wohl sieben Jahr,

bis dab sein Vater es nahm wahr.

«Edelsherr, lab du mein Sohn doch lebe,

ich will dir tausend Lämmer gebe.»

«Tausend Lämmer, das ist ja gewiss kein Geld,

dein Sohn muss hange uf-em weite Feld.»

«Edelsherr, lass doch meinen Sohn jetzt frei,

und wenn es auch tausend Taler sei.»

«Willst du mir tausend Taler gebe,

so will ich deinem Sohn meine Tochter gebe.»

«Wenn wär' deine Tochter ehrli und fromm,

so nähm sie nid en arme Schäferssohn.»

Der Edelsherr fiel in einen grimmigen Zorn,

er ließ ihn werfen in e tiefe Turm.

Er ließ ihn darinne wohl soviel Jahr,

bis beide da standen vor dem Altar.

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