Volksballaden reloaded

Es himmeltruurigs Stückli

Eine junge Frau verlangt von ihrem Verehrer, dass er ihr eine Blume im Gebirge holt.
Beim Erklimmen der steilen Felswand rutscht er aus, stürzt ab und stirbt dabei.

AUFGABE

Zuhörstrategien kennenlernen und anwenden.

Thema:

Mutprobe

Klasse:

Sekundarstufe I (7. Klasse)

Zeitbedarf:

2 Lektionen

Materialien:

· Tondatei
· Liedtext
· Arbeitsblatt
· Inhaltsangabe
· Wörterliste
· Abspielgerät (z.B. Tablet)

Es himmeltruurigs Stückli will i zelle.

Ihr Meitscheni. Gänd ordli acht!

I ha’s für euch und jungi Gselle

Zur Warnig stiif i Rimme bracht:

Ihr wüssid, z’Sigriswil bin i

​Z’erst sibe Jahr Schuelmeister gsi.

Es war vor meh als hundert Jahre,

​geit eine im-e Meitschi nah.

​Es hed au alli Bursch für Nare

​Und seit bald nei und seit bald ja.

’s isch ’s einzig Chind, hübsch, riich derzue,

​drum isch im kene vürnähm gnue.

Und es war am Älplersonndig z’Abe,

füehrt er si’s Eiseli chli zum Wii.

​Er lad im Zucker gnue dri schabe

​Und Musketnuss und schänkt im ii.

​„Oh Eiseli, säg mir einisch ja;

es cha di kene lieber ha.“

Es tuet, as wett’s dervo nüd ghöre.

​„Ach schwiig vo dem und la mi gah.“

Doch dänkt’s: Ich will di scho verdörle,

und seit im zletzt: „So chansch mi ha

​wenn du mir channst vos Sämis-Simes Flueh

Fluehblüemli vor mis Fäisterli tue.“

Eis Morges früeh, wo d’Stärne no schiine

Er uuf und zwääg, dur d’Allwand uuf.

Er geit gäg Oberhuuse ine,

dem Gäribach nah und dert duruuf.

​Jetzt steit er unde a de Flueh

​Und faht a chlädere. Es luegt im zue.

Es gseht, wie er a de glatte Wände

​Mit Angst und Not mag ufe g’cho.

​Er blüetet scho a beede Hände,

und ’s isch no wiit, no wiit dervo.

„Herr Jesis, Gott! Jetzt rütscht er uus!“

Und gheit und gheit, es isch e Gruus.

​Und losit: Öppe na zwee Stunde

Geit’s Eiseli scho vom Mälche hei.

Si Wäg füehrt grad e chli bas unde

Der Flueh nah, s’tuet e luute Schrei:

„Herr Jesis, Hans! Und bhüet mi Gott!

​Was ha-n-i to? Da liit er tot!“

Es fallt uf d’Chneu und möcht gäre griine,

​doch cha’s es nid; es schluckt und schluckt,

​bis es im äntli aafoht schwiine,

​bis im de Schrecke ’s Härz abdruckt.

Jetz ligge si alli beedi tot

​I feuchtem Gras im Morgerot.

​Und a de Flueh, wo der Hans isch gläge,

​wachst us em Bluet e Blumen uuf:

Die Alperose, wie d’Lüüt säge,

Ir Meitschene, gänd achtig druuf!

​„Ei Röseli rot, so rot wie Bluet,

du stahst dem dunkle Laub so guet.“

Materialien

zum Download

Lektionsvorbereitung [pdf][word]
Tondatei [audio]
Arbeitsblatt [pdf][word]
Liedtext [pdf][word]
Inhaltsangabe [pdf][word]
Wörterliste [pdf][word]
Allgemeine Einführung Balladen [pdf][word]