Volksballaden reloaded

Das Schneiderlied

Ein Schneider sollte seine Wandertage antreten, doch möchte er lieber zuhause bleiben, was auch seine Mutter unterstützt. Er versteckt sich im Taubenschlag. Als seine Schwester Hilfe braucht, kann er sein Versteck nicht verlassen.

Als eins ein Schneider reisen sollt,

schrie er jämmerlich:

«Ach Muäter, leb nun ewig wohl,

ich seh dich nimmermehr.»

Die Mutter schrie entsetzlich:

«Das lass ich nicht geschehn;

du musst mir nicht so plötzlich aus meiner Heimat gehen.»

|: Und dili dili dum und dili dili da,

der Schneider, der ist übel dra. :|

«Ach Muäter, ich muss doch von hie,

ist das nicht jämmerlich?»

«Mein Söhnlein, ich weiss Rat für dich,

verstecken will ich dich.

In einen Taubenschlag verberge ich mein liebes Kind,

bis seine Wandertage ja dann vorüber sind.»

|: Und dili dili dum und dili dili da,

der Schneider, der ist übel dra. :|

Des Morgens in der Frühe,

da geht der Schneider fort,

nimmt Abschied von den Seinen,

verlässt den Mutterort.

Des Abends nach der Glocke,

da kehrt er wieder heim

und schleicht gleich einer Katze

in den Taubenschlag hinein.

|: Und dili dili dum und dili dili da,

der Schneider, der ist übel dra. :|

Einst hatte seine Schwester Streit,

nicht weit von seinem Haus;

er hört, wie sie erbärmlich schreit,

und schaut zum Schlag hinaus.

«Ach Schneiderlein im Hemde,

mach doch nur keine Faust,

sonst schlag ich dich behende

zum Taubenschlag hinaus! »

|: Und dili dili dum und dili dili da,

der Schneider, der ist übel dra. :|

Materialien

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